Lucie Koldova

Lucie Koldova 

Die Fängerin des Lichts

Lucie Koldova ist eine intuitive Arbeiterin. Sie hat ihre ganz eigene, persönliche Handschrift, vertraut auf ihr Gespür und arbeitet auf eine selbstverständliche Art Hand in Hand mit ihren Produktionspartnern. Ihr Hauptthema ist Licht, ihr Medium Glas und ihre Leidenschaft die Entwicklung von leichten, transparenten Leuchten, denen sie überraschende, manchmal fast geometrische, manchmal organische Formen verleiht. In ihren Entwürfen verarbeitet sie die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse – eine „Nachwirkung“ ihrer Jahre in Paris, diesem Schmelztiegel verschiedener Ethnien. 

 

Ihre Objekte sind beides: Alltagsgegenstände genauso wie Kunstwerke. Es ist dieser Spannungsbogen, der sie fasziniert und zu immer neuen, besonderen Lösungen treibt. Lucie greift dabei auf das Wissen, die Technik und die handwerkliche Raffinesse tschechischer Glasbläsereien zurück, mit denen sie sehr eng zusammenarbeitet. Auch ihr wichtigster Auftraggeber Brokis hat seine Wurzeln in diesem Genre. 1997 wurde das Unternehmen von Jan Rabell gegründet, der den Betrieb der Glashütte Janstejn kaufte und daraus 2010 Brokis machte. Als Art-Direktorin hat Lucie Koldova entscheidend zum Erfolg der Marke beigetragen. Und sie ist sehr stolz darauf, mit ihrer Arbeit auch einen Teil zur Fortführung der tschechischen Glasbläsertradition beizutragen.

 

Aber warum eigentlich Glas? Lucie sagt, Glas sei ihre Leidenschaft. Elektrizität, aus der Licht entsteht und die in Glas ihre Form findet, das ist ihre große Liebe. Transparenz und Reflexion machen den besonderen Charme von Glas aus. Und die Zeitlosigkeit. Außerdem können wir Menschen ohne Licht nicht leben. Und diesem Licht eine Form zu geben, das reizt sie immer wieder aufs Neue. 

 

Das Talent von Lucie Koldova erschöpft sich aber keineswegs in Glas und Leuchten. Sie hat bereits zahlreiche Möbel entworfen, die international erfolgreich sind. Und sie hat bei der heurigen IMM in Köln „Das Haus“ präsentiert, eine fklwä-Simulation aus Architektur, Interior Design und Möblierung. Zum siebten Mal vergab die Messe diese Installation heuer und Lucie Koldova machte daraus eine Licht-Inszenierung, in der die Möbel den Raum komplettierten – und nicht umgekehrt. Mit „Das Haus“ ging für sie auch ein Traum in Erfüllung, einmal ganz groß, für ein großes Publikum zu denken. Entstanden sind daraus bereits Folgeprojekte, die in Bälde präsentiert werden. Mit Brokis wird sie auf der Euroluce 2019 Neues zeigen und mit einem deutschen Möbelproduzenten arbeitet sie ebenfalls an einem Projekt, das in Mailand nächstes Jahr vorgestellt werden soll.

 

Lucie Koldova hat ein sicheres Gefühl für die Kombination unterschiedlicher Materialien. Schon in ihrem ersten großen Erfolg, der Leuchte Muffin, die sie 2010 entwarf, kombinierte sie meisterhaft Glas mit massivem Holz. Auch Messing und Kupfer bringt sie mit sicherer Hand in gekonnte Symbiosen mit Glas. Auch technisch reizt sie Grenzen aus. Ihre Leuchte Capsula beispielsweise besteht im Kern aus einem röhrenförmigen LED-Leuchtmittel aus Triplexglas. Auch ihre Tischleuchte Macaron ist beachtenswert. Die Lichtquelle selbst befindet sich gut verborgen in einem Marmorfuß und wirft ihr Licht aufwärts zu einer Onyx-Platte, die die Mitte zweier halbkugelförmigen Glaskörper bildet. Die ganze Leuchte erinnert an das französische Baisergebäck, womit Koldova vermutlich auch ihrer zeitweisen Heimatstadt Paris die Referenz erweisen wollte. 

 

In ihrem Studio in Prag arbeitet sie mit einem kleinen Team von 5 Mitarbeitern. Sie will die Dinge selbst machen können, den Überblick haben und flexibel sein. Und eine gewisse Flexibilität wird es in der nächsten Zeit wohl brauchen im Hause Koldova, steht doch in Bälde eine Geburt an. Wir wünschen ihr  auf diesem Weg das allerbeste. 

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