Wir bauen für uns.

Wir bauen

Für uns

Wenn Architekten das sagen, zucken Auftraggeber meist erschrocken zusammen. Sie sehen sich selbst unter dem Teppich das Büro verlassen, während die großen Meister auf ihren Designerstühlen thronen und sich selbst für den nächsten großen Wurf feiern. Wenn Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm das sagen, dann hat es eine diametral andere Bedeutung.

 

Die beiden gehen seit 1992 ihren Weg gemeinsam. Sie haben sich während des Studiums gefunden, zufällig, dank einer Verwechslung, der eine klassische Zwillingsgeschichte zugrunde liegt. Seither sind sie ein kongeniales Duo. Grundverschieden, aber schlau, sensibel und gspürig genug, um genau darin die Chance zu sehen, aus 1 + 1 = 3 zu machen. Klar führt diese Verschiedenheit auch mal zu Uneinigkeit, vielleicht sogar Disput. Aber da den beiden eine ganz selbstverständliche Wertschätzung für ihre Umwelt innewohnt, ist es selbstredend, dass der Konsens gesucht wird und das bessere Argument das gute schlägt. Mehr noch: Aus genau dieser Auseinandersetzung, dem gegenseitigen Fordern und Fördern, entsteht jene Sicherheit, die ihren Entwürfen zugrunde liegt und die sie zu einem der erfolgreichsten Büros in der Region werden ließ.

 

Stars, wie sie von Medien gerne bezeichnet werden? Die Frage wird mit beinahe verständnislosem Blick quittiert. Alles ist damit gesagt. Stars hätten auch kein Team um sich, sondern würden sich Erfüllungsgehilfen halten, um ihre eigenen Ideen und Vorstellungen umzusetzen. Bei CN Architekten ist das anders. Das kollektive Wissen des Teams, die Fähigkeiten der einzelnen Personen und deren unterschiedliche Zugänge, Hintergründe und Haltungen werden geschickt genutzt, um die einzig richtige Lösung für jede Aufgabenstellung zu finden.

Und damit sind wir wieder beim Titel dieser Geschichte angelangt: Wir bauen für uns. Wenn Cukrowicz und Nachbaur das sagen, dann gründet es auf einem tiefen und ehrlichen Respekt vor jedem Auftraggeber, der ein Architekturbüro mit der Lösung einer gestalterischen und funktionalen Aufgabe betraut. Sie quittieren dieses Wagnis, das ihr Gegenüber einzugehen bereit ist, mit Empathie, Offenheit und der unbedingten Bereitschaft alles zu geben, um den Erwartungen des Auftraggebers gerecht zu werden. Und nur wenn das erreicht ist, wenn am Ende alles nicht nur stimmt, sondern im Idealfall sogar besser ist, dann haben sie nicht nur die Aufgabe erfüllt, sondern auch sich selbst zufrieden und stolz gemacht. Das und nicht weniger meinen die beiden damit, wenn sie sagen: Wir bauen für uns selbst.

 

Aber wann ist ein Projekt gut oder sogar besser? Andreas Cukrowicz beschreibt es so, dass beim erstmaligen Gang durch das Gebäude, das bisher nur in der Gedankenwelt existiert hat, entscheidend ist, ob es das Gedachte erfüllt. Dabei geht es um die unterschiedlichsten Dimensionen. Klar, muss es technisch stimmen. Es müssen die Details richtig gedacht und gearbeitet sein. Es müssen Licht, Geräusche, Gerüche und Haptik das erfüllen, was zuvor in den Köpfen der Architekten antizipiert wurde. Dann ist es gut, dann haben sie für sich richtig gebaut. Wenn dann aber noch etwas auf einer anderen Ebene dazu kommt, dann geht es darüber hinaus, dann wird es außerordentlich.

 

Diese andere Ebene ist wichtig bei CN Architekten. Sie ist aber weder religiös, noch esoterisch. Sie ist nicht durchgeknallt verkopft und auch nicht Show. Sie beruht auf ganz simpler Wahrnehmung. Wahrnehmen, was ist, mit allen Sinnen – das ist der erste Schritt bei jedem Projekt, an dem jeweiligen Ort, an dem es entstehen soll. Und oft zeigen sich da erstaunliche Dinge, die schlussendlich das Ergebnis nicht gut, sondern besser als erdacht werden lassen.

 

Manchmal ist es harte Überzeugungsarbeit in Richtung Auftraggeber, die aus dieser tiefen Auseinandersetzung resultiert. Aber schlussendlich entstehen daraus wertige, beständige und funktionierende Lösungen. Auch für extrem schwierige Themen wie beispielsweise einen Raum der Trauer in der Basilika von Rankweil. Die Architektur von CN Architekten will berühren. Und das tut sie.

 

Viele unterschiedliche Projekte sind entstanden in den vergangenen Jahrzehnten. Von der Kapelle im Bregenzerwald über Einfamilienhäuser bis zum Stadtbad in Dornbirn, Feuerwehrhäusern, Schulen, Unternehmenszentralen oder dem Vorarlberg Museum. Der jüngste Erfolg des Büros ist der Gewinn des Wettbewerbs für den Neubau des Konzerthauses in München. Er ist ein deutlicher Schritt über die Landesgrenzen hinaus. Viel weiter soll die Reise aber denn doch nicht führen. Es sei wichtig, die Kultur, in der man baut, zu verstehen, sich artikulieren zu können, sagen die beiden. Deshalb wird es sicher nie Büros in Sydney, Peking oder Shanghai geben. Die DACH-Region bietet Möglichkeiten genug. Und: Cukrowicz und Nachbaur wollen selber entwerfen, nicht von Flughafen-Lounges aus ihr Team managen.

 

Klar: Wenn sich die Möglichkeit böte, in Manhattan ein Hochhaus zu bauen, dann müsste man nochmals in sich gehen. Es würde aber auch eines in Vorarlberg genügen. Oder ein Kraftwerk, das wäre ein weiteres Wunschprojekt der beiden. Was die beiden zudem wichtig finden? Dass bei der Architektur nur allzu oft auf das Interieur vergessen wird. Oder es läuft dann halt irgendwie, irgendwann mal mit. Dabei ist es für das Funktionieren und Wohlfühlen unerlässlich, dass auch Farben, Materialien und Möbel ein stimmiges Gesamtes mit der Architektur bilden.

 

Und wenn zwei das sagen, die sich seit rund 25 Jahren im selben Büro gegenüber sitzen, dann gehen wir mal davon aus, dass sie sehr wohl wissen, was „stimmig“ bedeutet.

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