Der Mann mit dem Käs ist da

Mutter, der Mann 

Mit dem Käs ist da

Treffpunkt: 18.00 Uhr Künstlerhaus am Karlsplatz. Luke begrüßt uns links vom Haupteingang, um uns gleich mit hinunter zu nehmen in die „Hausbar“. Bevor wir allerdings hier für unser Gespräch zusammensitzen, geht’s zuerst durch die Nebenräume der kleinen, feinen Bar hinauf ins Foyer des Künstlerhauses. Was uns hier erwartet, ist tatsächlich beeindruckend.

 

Frisch renoviert erstrahlt das traditionsreiche Haus in komplett neuem Glanz. Nachdem die Wiener Künstlervereinigung das Gebäude nicht mehr selbst erhalten konnte, kaufte Hans-Peter Haselsteiner das Künstlerhaus und investierte richtig viel Geld in die Renovierung. Und es hat sich gelohnt.

 

Die Albertina Modern soll hier künftig als Publikumsmagnet das Haus füllen – und auch die Gastrobetriebe der beiden jungen Vorarlberger. Seit 2015 betreiben sie bereits das „Ludwig & Adele“. Nun sind das Tagescafé im Erdgeschoss, rund 400 qm Außenbereiche und die Hausbar dazugekommen.

 

An Erfahrung mangelt es den beiden keinesfalls. Seit sie die „Tonstube“ im 6. Bezirk eröffnet hatten, ließ sie das Gastro-Virus nicht mehr los. Es kamen „Ludwig & Adele“, das Café im Wien Museum, der Jazzclub „Porgy & Bess“, ein Cateringunternehmen sowie das „Badeschiff“ dazu – ein finanzielles Lernprojekt, wie Luke später berichtet. Und nun sitzen wir im neuesten Coup, den die Wälderjungs gelandet haben: in der „Hausbar“. „Eigentlich wollten wir letzten März aufsperren, und zwar als feine Cocktailbar samt nachttauglichem Gastgarten. Naja, dann kam es anders und so hieß es warten“, erzählt Luke. Im Juni wurde dann kurzerhand auf ein Fine-Dining-Restaurant umgestellt. Und der Start war phänomenal. Küchenchef Oliver Mohl, der auf Stationen bei Daniel Humm im Nomad in New York, der Villa Joya an der Algarve oder in der Roten Wand in Zug zurückblicken kann, schaffte binnen kürzester Zeit 3 Gault Millau Sterne. „Das war schon sensationell“, schwärmt das Dreierteam. „Vor allem, weil der Oliver, nachdem wir ihn engagiert hatten, zwei Wochen überhaupt nix gekocht hat. Das war schon spannend, wie das dann wohl am ersten Abend ankommen wird“, erinnert sich Luke.

 

Er und Mathias sind schon seit den Gastroanfängen gemeinsam unterwegs. Der Riefensberger Luke, der eigentlich gelernter Gestalter ist, lernte den Bezauer Mathias in Wien bei der Stubat kennen – also genauer, als Luke im Haus, in dem Mathias wohnte zur Stubat ging. Und weil ein Jasser gebraucht wurde, entstand regelmäßiger Kontakt, aus dem eine Freundschaft und schließlich 2012 die erste Geschäftsbeziehung entstand. Seither sind sie unzertrennlich, wie auch das restliche Kernteam, das seit sechs Jahren unverändert ist. Und weil die Gastro-Welt nicht genug ist, wird seit kurzem auch noch das „Käsmann“, eine Greißlerei, betrieben. Käse und Butter kommen vom Riefensberg, dazu gibt es Chuttneys, Marmeladen, Sirup, Egger Bier und andere Köstlichkeiten – nicht zu vergessen das Käsknöpfle-Set, bestehend aus Spätzle im Glas, Käsemischung, Zwiebeln in Schmalz und Apfelmus.

 

Während wir in der Hausbar sitzen und den Hauswein, einen Grünen Veltliner vom Geyerhof schlürfen, sprudeln die beiden vor Anekdoten. Etwa, wenn sie von ihren diversen Lokalübernahmen erzählen. „Da musste dann einfach über Nacht eine Partie Wälder Handwerker anrücken. Dann wurde eine Woche durchgeschuftet, rausgerissen, gezimmert, gemalt, verlegt – bis dann alles fertig war. Und am nächsten Tag sperrten wir auf“, erzählt Luke. Oder als sie einfach bei HPH, wie sie den Hausherrn Haselsteiner liebevoll nennen, im Büro standen, weil sie unbedingt die Gastro im gesamten Künstlerhaus übernehmen wollten. Sie haben viel zu erzählen. Sie haben aber auch viel erreicht. Und wir hoffen, dass wir bald wieder einmal hier sein können, bei Vollbetrieb, an einem der wunderbaren Plätze, die im und ums Haus zu finden sind.

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